Sind Affirmationen wirklich nutzlos?
Wahrscheinlich kennst du Affirmationen. Es geht dabei um positive Sätze, die möglichst häufig wiederholt werden sollen, um ihre positive Wirkung zu entfalten.
In unserem Audio 10 aus der Gesprächsreihe “Spiritualität küsst Wirtschaft – wach” mit Karl Gamper unterhalten wir uns über Affirmationen. Karl erklärt ziemlich drastisch, dass die Idee, dass wir durch das Wiederholen von Affirmationen den Lauf des Lebens verändern können, Kindergedanken seien. Das Leben richtet sich nicht nach unseren heruntergespulten Sätzen.
Einige unserer Hörer meinten nun, dass sie mit den Affirmationen gar nicht das beeinflussen möchten, was geschieht, sondern, wie sie sich verhalten. Sie möchten sich innerlich besser auf ihr Ziel ausrichten und sich selbst immer wieder daran erinnern. Und dabei helfen ihnen diese Sätze ganz gut.
Was ich daraus höre ist, das sind Menschen, die selbst die Verantwortung übernehmen für das was geschieht. Menschen, die eben nicht meinen, allein durch das ständige Wiederholen eines Wunschbildes “Ich fahre einen roten Ferrari” den Lauf des Universums beeinflussen zu können. Menschen, die bereit sind, bei sich selbst etwas zu verändern, um andere Ergebnisse zu erzielen. Das dürfte mindestens 95% unserer Hörer- und Leserschaft beschreiben. Deshalb schaue ich aus diesem Blickwinkel noch einmal auf Affirmationen:
Jede Idee, jede Methode kann so eingesetzt werden, dass sie behindert oder so, dass sie unterstützt.
Die Idee der Affirmationen begleitet mich schon sehr lange in meinem Coaching und auch für mich selbst. Und ich habe sie immer wieder angepasst:
- Anfangs habe ich Affirmationen mit meinen Klienten individuell erarbeitet. Das Ergebnis war ein Satz, der den Zielzustand beschrieb und den Klienten tief emotional berührte. Dieser Satz diente der Erinnerung daran, warum sie sich entschieden haben, die – oft schmerzhaften – Veränderungsprozesse überhaupt einzuleiten. Heute habe ich sehr viel wirksamere und schnellere Methoden, um Blockaden aufzulösen, so dass ich dafür keine Zeit mehr verschwende.
. - Ich nutze hilfreiche Sätze wie einen Merksatz, für das Ausbalancieren bestimmter Verhaltensweisen. Um meinen Perfektionismus im Zaum zu halten, sage ich mir z.B. ganz bewusst “Heute ist gut gut genug.”
. - Eine dritte Variante habe ich bei dem amerikanischen Coach Noah St. John entdeckt. Er arbeitet mit Afformationen.
Der Unterschied ist, dass wir bei Afformationen keine Aussagen formulieren, sondern Fragen:
Statt, “ich bin friedlich und glücklich”, würde wir sagen,
“warum fühle ich mich so friedlich und glücklich”?
Statt, “ich habe genug Geld, um meine Bedürfnisse zu erfüllen”,
wäre es: “Warum verdiene ich solch einen mich befriedigenden Geldbetrag?”
Statt, “ich setze meine Lebensaufgabe eindeutig und geradlinig fest”,
wäre es, “warum setze ich meine Lebensaufgabe so eindeutig und geradlinig fest in letzter Zeit?
Anstatt zu sagen, “dies ist so,” über das, was wir glauben wollen, stellen wir uns die Frage “warum ist dies so” und zwar in einer freundlichen und wohlwollenden Art. Unser Gehirn nimmt damit an, dass die Frage sinnvoll ist und konzentriert sich darauf gute Antworten zu finden. Wir müssen die Frage(n) gar nicht beantworten, obwohl wir natürlich Antworten sagen können, wenn sie in unserem Kopf hochkommen. Alles, was notwendig ist, ist die Frage(n) zu stellen und sie mehrmals zu stellen, wenn wir sie verstärken wollen. Und dann lassen wir das Unterbewusstsein den Rest machen.
Die Qualität der Fragen, die wir uns stellen, bestimmt die Qualität unseres Lebens.
– Anthony Robbins.
Hier ist ein Auszug aus einem unserer Audios, das wir für unsere Programme entwickelt haben:
Warum bin ich erfolgreich, mit dem was mir am Herzen liegt? (2:23 Min.)
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>> Zum Audio 10 aus der Gesprächsreihe “Spiritualität küsst Wirtschaft – wach”


"Mich hat jede Seminarstunde ein Stück weiter gebracht in meiner Selbständigkeit, mir immer wieder neue Impulse gegeben und mir Vertrauen und Selbstwert mir selbst gegenüber beschert." Martina Schneider, www.schneider-martina.de



Liebe Ulrike,
das ist eine sehr schöne und wohltuende Demonstration für die “Frage-Technik”. Sie brachte mich mir selbst sehr nah.
Bisher habe ich Affirmationen ganz individuell angefertigt. Bereits während des Erarbeitens wird meinen Patienten viel bewusst, weshalb ich es nicht als Verschwendung, sondern als Bereicherung empfinde.
Aber mit der Frage-Technik werde ich ebenfalls ein bisschen experimentieren.
Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom
Liebe Grüße
Daniela Meyersick