Chaosforschung und Geschäftsentwicklung. Selbstvorwürfe ade!
Wie immer habe ich meinen Newsletter verschickt, das Event über XING publik gemacht, meine Kontakte eingeladen, mich innerlich für viele Teilnehmer geöffnet und doch melden sich diesmal weniger Personen zum Telinar an. Ist das Thema nicht attraktiv genug, die Beschreibung zu schlecht, habe ich eine Blockade, liegt es am Datum, ist die Ankündigung übersehen worden oder haben zufällig die meisten keine Zeit? Dann folge ich einer spontanen Idee und erinnere mich an eine Mail, die ich schon lange versenden will. Ich sende sie ab und plötzlich meldet sich noch ein ganzer Schwung an. Warum ist das diesmal so verlaufen und nicht wie die letzten Male? Die Antwort lautet: Wir können es nicht genau sagen.
Unser Leben und unser Business verlaufen immer weniger linear. Beides bekommt dafür immer mehr Ähnlichkeit mit chaotischen Systemen. Wie ist das zu verstehen?
Lineares System
Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung kann exakt nachvollzogen werden. Je nach Stärke des Stoßes, dem Winkel, in dem ich den Kö halte, lässt sich genau vorhersagen, ob die Kugel ins Loch gehen wird.
Kompliziertes System
Die verschiedenen Einflussgrößen und ihr Zusammenspiel sind zwar schwerer zu erfassen und zu durchblicken, aber immer noch berechenbar.
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Chaotisches System
Liegt chaotisches Verhalten vor, dann führen selbst geringste Änderungen der Anfangswerte nach einer gewissen Zeit zu einem völlig anderen Verhalten. Es zeigt sich also ein nichtvorhersagbares Verhalten, das sich zeitlich scheinbar irregulär entwickelt. Um das Systemverhalten für eine bestimmte zukünftige Zeit berechnen zu können, müssten die Anfangsbedingungen deshalb mit unendlich genauer Präzision bekannt sein und berechnet werden. Und das ist praktisch unmöglich.
Ja genau! Der Schmetterling, der durch seinen Flügelschlag ein Erdbeben auslösen kann und der Marketingwirbel, der scheinbar ergebnislos verhallt. Beides findet hier seine Erklärung.
Ich kann die Anfangsbedingungen gar nicht erfassen, denn… ich habe es mit Menschen zu tun. Auf jeden meiner Adressaten wirken so viele Dinge ein. Ich werde nie bestimmen können, in welchem Zustand oder welcher Lebenssituation er sich gerade befindet, wenn ihn oder sie mein Impuls erreicht. Diese Unsicherheit kummuliert sich bei mehreren hundert Adressaten in unvorhersehbarer Weise.
Mein Fazit:
- Es ist vermessen, den Fehler immer bei mir suchen. Die Selbstanklagen – dass ich wieder nicht genug getan habe oder es hätte besser machen können – kann ich mir sparen. Welche Entlastung.
- Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten und keine festen Regeln.
- Es gibt kein richtig und falsch. Es gibt nur ein Tun oder Nichttun und daraus resultierende Erfahrungen.
- Es gilt noch flexibler zu werden, noch öfter mutig meinen Impulsen zu folgen.
- Dazu will ich noch öfter inne halten, in mich hineinhören, mich mit meinem Ziel zu verbinden, mich zentrieren und spüren, was jetzt stimmig ist.
- Dann handle ich danach – auf der Frequenz von Freude – als ein Meister der übt.
- …und beginne das Ungewisse zu lieben, denn darin stecken all die überraschenden Möglichkeiten des Schmetterlings, der in vollendeter Schönheit einfach das tut, was er am besten kann – fliegen.











Ein sehr komplexer Beitrag, liebe Ulrike. Und weise.
Wir alle sind Zeit-Zeugen, wie sich unser Erleben von Zeit kollektiv verändert. Wenige langsame Ursache-Wirkungs-Mechanismen; viele scheinbar chaotische Impulse. Vor allem Synchronizitäten. Die Zeit verfliegt. Eben war noch Silvester – schon ist es März. Kaum zu fassen…
Offensichtlich fliegt der Pfeil der Evolution in Richtung “Geist”. Dadurch wird auch das Zeitverständnis “geistiger” – flüssiger, schneller, viel schneller. Wir erfassen zunehmend “Zeit” nicht nur als Uhrenzeit, sondern auch als Informations-Struktur, als Matrix; als Wellen, Spiralen, Kurven… die sich schneller bewegen und aus denen andere, neue Frequenzen uns Menschen treffen. Frequenzen, die unser Erleben von Zeit neu formen und uns auch herausfordern.
Wie du schreibst, erfordert all das eine andere mentale Fitness. Wir verlassen den Dualismus von “richtig:falsch” und wenden uns deutlicher einem “stimmig:nicht stimmig” zu. Und wir beginnen uns kollektiv daran zu erinnern, wer wir wirklich sind.
Mehr darüber in unserer audio-Reihe “Spiritualität küsst Wirtschaft – wach.” Die ich auch auf meinem Blog manifestation.cc kommentiere – und die du hier veröffentlichst. Freude.
Sehr herzlich – Karl Gamper, Autor
liebe , seit erst so kurzer Zeit schon sehr wertgeschätzte Ulrike. Das Resultat des letzten Montags ,hatte mich so nachhaltig durch die Woche begleitet , wenn auch immer nur in kurzen Abrissen . So erwartete ich schon sehnsüchtig den gestrigen Montag, als eine Fortsetzung , …..und dann kam es eben wieder doch ganz anders , ein dem Sturm entsprechender Praxistag fand leider auch um diese Zeit kein Ende.Die Vollmondqualität diesesmal tat das Ihrige dazu….
Nein alles ist gut , das Angebot spannend, frisch , innovativ,
und nächsten Montag darf und wird nichts mehr ” dazwischen ” kommen.
voller Vorfreude und eine pralle Woche für Dich von Larena
( dieser Name stammt übrigens von karl, er passt aus mehreren Gründen)
Liebe Ulrike,
ich sitze gerade vor der Aufgabe, aus meinem WOW-Ziel ein erstes Projekt zu machen und gerate tierisch ins Schwitzen. Ein Projekt, etwas Handfestes. Hilfe. Wo soll ich anfangen? Ist es gut genug. Wie erreiche ich denn überhaupt die Leute, die es vielleicht interessiert. Und interessiert es überhaupt irgendjemanden oder nur mich alleine?
Und dann weiche ich den unangenehmen Fragen und dem inneren Druck in altbewährter Gewohnheit aus. Erst mal noch ein bisschen Input holen.
Der Input, der sich dieses Mal wirklich gelohnt hat, ist Dein Fazit zum Chaotischen System. Und am wichtigsten sind zur Zeit Punkt 5 und 6. Vielen Dank.
Übrigens bin ich sehr froh über meine Erfolgsgruppe. Es tut so gut, sich nicht mehr so alleine und als Einzelkämpfer zu fühlen.
Nun kann ich entspannt an mein Arbeitspensum der zweiten EP-Stunde gehen. Es gibt ja auch genug zu tun
Einen ganz lieben Gruß
Daniela
Mein liebstes Zitat: “Man muss zwar vieles selbst tun, aber nicht alleine”
Viel Gelassenheit wünscht dir
Ulrike